Der Avocado-Trend im Check

Vom Superfood bis hin zur Klimakatastrophe, ist beim Avocado-Hype wohl alles dabei. 

Sie ist kaum noch vom Frühstückstisch wegzudenken und gilt als Superfood. Die Nachfrage ist so hoch, wie nie und der Boom bringt auch seine Schattenseiten mit sich. Doch kann es hier ein Mittelmaß geben?

Wie gesund sind Avocados?

Hype hin oder her, machen wir uns nichts vor. Avocados überzeugen auf ganzer Linie durch den hohen Nährstoffgehalt. Die Avocado ist reich an den wichtigen Vitaminen A und E, sowie an dem sekundären Pflanzenstoff Carotin. Vor allem überzeugt sie durch ihren sehr hohen Magnesiumgehalt. 100 g Avocado beinhalten 43,5 mg des essentiellen Minerals. Magnesium ist wichtig für unsere Leistung und unser Energiehaushalt. Es ist an der Reizweiterleitung zwischen Muskeln und Nerven beteiligt, entspannt die Muskeln, wirkt entzündungshemmend und regt die Stoffwechselaktivität an.

Somit wirkt sich der Avocado-Konsum positiv auf eine schöne Haut, entspannte Muskeln und starke Nerven aus.

 

“You can’t make everybody happy – you are not an Avocado”

 

Dickmacher oder Kilo-Killer ?

Zugegeben, das erste was einem in den Sinn kommt, wenn man an die Eigenschaften einer Avocado denkt, ist vermutlich, dass sie fettreich ist. Und Fettreich impliziert Kalorien, ungesund oder sogar Dickmacher. Doch eine US-Studie mit 30.000 Probanden belegt, dass ½ Avocado am Tag sogar vor Übergewicht schützen kann und den Bauchumfang um 33 % verringert. Grund dafür ist das Enzym Lipase, welches den Fettabbau begünstigt und eine gute Verdauung fördert. Ein weiterer Pluspunkt, der zur Gesundheitserhaltung beiträgt, ist das tatsächliche Fett in der Frucht. Zwar sind 15 g Fett pro 100 g nicht wenig, jedoch sind es mehr die gesunden ungesättigten Fettsäuren, die nachweislich den LDL-Cholesterin im Blut senken und so vor Herzerkrankungen schützen. 

Umweltsünde?

Kaum eine Frucht kann wohl so eine Erfolgsgeschichte nachweisen. 2010 wurden jährlich 28.000 Tonnen Avocados nach Deutschland eingeführt, 2016 bereits schon 58.500 Tonnen – Tendenz steigend. Das Problem: Die grüne Frucht wird von Übersee importiert, wo der Anbau wichtige Ressourcen verschluckt. Die größten Avocado-Lieferanten sind Südafrika und Südamerika, genauer Mexiko. Das Geschäft ist für die Bauern so lukrativ, dass laut Aussagen der mexikanischen Umweltschutzorganisation Gira, illegale Wälder gerodet werden, um so mehr Anbaufläche für die Avocado-Pflanzen zu generieren. Aber die Menschen vor Ort profitieren nicht nur von unserem Avocado-Gusto. Viele Bewohner leiden unter den Folgen der enormen Landwirtschaft. Zum einen wird durch den Einsatz von Pestiziden das Grundwasser in den Anbaugebieten verschmutzt. Zum anderen ist der Wasserverbrauch so massiv, dass es den Menschen selbst vor Ort an Wasser fehlt. 

Ein Kilogramm (also 2 ½) Avocados benötigen rund 1000 Liter Wasser. Klimafreundlich ist anders. Zum Vergleich: Ein Kilogramm Tomaten benötigt 150 Liter Wasser.
Dazu kommt, dass jede einzelne Avocado einen Reiseweg von mehreren tausend Kilometern hinter sich hat. Nach langen Schiffsreisen geht der Weg in LKWs weiter bis zu den Supermärkte und in die Regale, mit Zwischenstopp in Reifekammern, wo die Früchte mittels Ethen zum Reifen gebracht werden. 

Fazit

Man kommt schnell ins Gewissensdilemma. Ja, Avocados sind gesund und lecker, aber sie sind für unsere Umwelt, die Menschen, die in den Anbaugebieten leben nicht vertretbar. Von heute auf morgen komplett auf die Frucht zu verzichten, würde den Bauern vor Ort auch nicht zu gutekommen. Deswegen unser Rat, kauft mit Bedacht, nicht im unbewussten Konsum und achtet auf die richtige Qualität aus biologischem Anbau.