Sofort nachhaltig – 13 Tipps zum direkten Umsetzten

In den letzten Wochen gab es kaum Bilder und Schlagzeilen, die so häufig in den Sozialen Medien geteilt wurden oder über den TV-Bildschirm geflimmert sind:

Brasiliens grüne Lunge — nein, die unserer Erde –, brennt. Doch nicht nur im Amazonas richten die flächendeckenden Brände Verheerendes an. Immer mehr Teile unseres Planeten geraten in Brand.Aber es sind nicht nur die Waldbrände, die uns erschüttern und aufwecken sollten, es sind auch die Meere die im Plastik ersticken, die Luft, die im Smog versinkt: Der Klimawandel läuft auf hochtouren und wir sind mitten drin, wir schauen zu.

Die Ausreden

Immer wieder höre ich Kommentare wie “Was soll ich schon dazu beitragen? Wenn nur ich etwas ändere, bringt das doch auch nichts! Das Flugzeug fliegt ja sowieso, auch ohne mich!” Oder noch schlimmer: “Das Tier wurde ja eh schon geschlachtet!” usw. Ausreden, die die Eigenverantwortung von einem selbst abwehrt und auf die Politik oder einfach die Gesamtbevölkerung abwälzt. Hauptsache nicht bei sich selbst anfangen und die Konfrontation wahrnehmen. Und das ist falsch!


Klar, fliegt das Flugzeug erst mal ohne mich los, aber mein ökologischer Fußabdruck macht da nicht mit. Durch die Entscheidung z.B. mit der Bahn zu fahren, senke ich nicht nur meine Ökobilanz, sondern ich stehe für meine Meinung ein und langfristig, wenn dies viele Menschen tun, wird sich das übermäßige Angebot an Inlandsflügen auch anpassen müssen.  

Zur Verdeutlichung die Strecke Frankfurt – Berlin ist mit 16.886 Flüge pro Jahr, die meist frequentierteste Strecke innerhalb Deutschlands. Das sind ca 46,26 Flüge am Tag. Für die es pro Tag ca. 13.878 neu angepflanzte Bäume benötigt würde, um die ca. 7.400 kg CO2 wieder auszugleichen.

(Quelle: Publikation – Transport & Verkehr – Luftverkehr auf Hauptverkehrsflughäfen – Statistisches Bundesamt (Destatis))

 

 

Also ja, jeder Einzelne, und jede einzelne Entscheidung, kann durchaus etwas bewirken. Auch deine! 

Aber um den Moralapostel aus dem Spiel zu lassen:

Manchmal gibt es unökologische Dinge, die man tun und Entscheidungen, die man treffen muss. Da darf man darüber nachdenken und reflektieren, sich aber auch vom schlechten Gewissen befreien. Nobody is perfect und wenn du in deinem Möglichen versuchst, nachhaltig zu leben, ist das schon großartig.

Um es dir noch etwas zu erleichtern, haben wir für dich einige einfache und praktische Tipps für mehr Nachhaltigkeit, die du sofort und ohne wenn und aber umsetzen kannst: 

  1. Verzichte möglichst auf Tierprodukte, insbesondere Fleisch!
    Denn mit Fleischkonsum unterstützt du nicht nur die Brandrodung in Südamerika und in anderen Teilen unserer Erde, sondern zugleich die Massentierhaltung, welche für 51 % der CO2 Emission verantwortlich ist.
    Das sind mehr als alle Verkehr und Transportmittel gemeinsam.
  2. Kaufe regionale, saisonale und biologische Produkte
    Denn so hältst du den ökologischen Fußabdruck gering und vermeidest umwelt- und gesundheitsschädliche Pestizide.
  3. Nutze eine Glasflasche oder Edelstahlflasche und fülle dir dort Leitungswasser ab,  statt in Plastikflaschen abgefülltes Wasser. Unser Leitungswasser wird streng kontrolliert und wenn du es zuhause zusätzlich filterst, dann trinkst du nicht nur gutes Wasser, sondern schonst gleichzeitig unsere Umwelt. Indem du auf Plastikflaschen verzichtest, tust du auch deiner Gesundheit einen großen Gefallen. Denn in den meisten PET-Flaschen sind Weichmacher, sogenannte Bisphenole, enthalten, die in dein Hormonsystem eingreifen können.
  4. Benutze wiederverwendbare Becher
    Unendlich viele Coffee-to-go-Becher sind täglich im Umlauf, die einmal gebraucht werden und dann im Müll landen. Kaufe dir stattdessen einen plastikfreien Becher — mittlerweile gibt es welche aus Bambus und anderen nachhaltigen Materialien –, den du überall hin mitnehmen kannst. In den meisten Cafés bekommst du sogar 50 Cent Erlass auf deine Bestellung, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst. Eine echte Win-Win-Situation, oder?
  5. Verzichte auf Strohhalme und Eislöffel bei deiner Lieblingseisdiele und bringe dir selbst welche mit. Es sind wirklich die kleinen Dinge, die am Ende Großes bewirken.
  6. Benutze eine eigene Einkaufstasche für den Supermarkt
    So lässt sich einfach die Plastiktasche umgehen. Falls nur keinen Beutel dabei hast, bekommst du für Gemüse und Obst fast in jedem Laden passende Beutel, die sogar gewaschen werden können. Mittlerweile sollte jeder so weit sein, eigene Taschen mitzubringen, um den gesamten Einkauf zu verstauen. Unsere Weltmeere sind voll mit Plastik und Tiere ersticken daran. Wusstest du, dass es bis zu 450 Jahre dauert, bis Plastik abgebaut ist?
  7. Umgehe nervigen Werbemüll im Briefkasten, der ohnehin nur im Müll landet. Bestelle ihn direkt ab, indem du ein Schild an deinen Briefkasten klebst auf dem “Bitte keine Werbung und keine kostenlosen Zeitschriften” steht. Ansonsten ist dein Briefträger nämlich leider dazu verpflichtet, dich weiter mit Werbung zu versorgen. Die mündliche Bitte reicht hier also nicht.
  8. Hebe einfach mal den Müll auf
    Du drehst morgens oder abends deine Jogging-Runde oder spazierst mit dem Hund? Auch hier kannst du etwas tun und Müll, der dir auf dem Weg begegnet, einsammeln und bei nächster Gelegenheit entsorgen.
  9. Spare Papier
    Auch mit Papier sollten wir sparsam umgehen und es wiederverwenden. Denn auch hierfür wird der Regenwald abgeholzt. Ob Schuhkartons, die du als Pakete umfunktionierst, den leeren Eierkarton wiederverwendest oder Fehldrucke, bei denen du die Rückseite noch als Schmierpapier benutzen kannst. Werde kreativ, schone deine Umwelt und frage dich immer wieder: “Muss ich das wirklich gerade ausdrucken?”
  10. Hinterfrage  deinen Konsum
    Stelle dir die Fragen: “Brauche ich das wirklich?” und “Wie lange habe ich wirklich etwas davon?” Auch der Aspekt der Herstellung ist wichtig. Wen unterstützt du mit deinem Kauf und inwieweit kannst du das mit deinen Werten vereinen? Es gibt mittlerweile etliche Fair-Fashion-Labels, die zum Beispiel unter fairen Bedingungen Kleidung und andere Produkte herstellen.
  11. Fahrrad statt Auto
    So bringst du gleichzeitig ein wenig Bewegung in deinen Alltag. Wenn die Strecken doch zu weit sind, dann steige auf öffentliche Verkehrsmittel um oder bilde mit Freunden oder Kollegen Fahrgemeinschaften.
  12. Wo liegt dein Geld
    Hast du dich schon mal gefragt, in welche Projekte alle großen Banken ihr Geld stecken? Millionenbeträge werden in die brasilianische Viehzucht und Sojaanbau, Rüstungsgeschäfte, oder weitere unethische Projekte investiert.
    Wechsle deshalb zu einer nachhaltigen Ecobank, wie z.B Tomorrow Bank, die transparent aufzeigen, was mit deinem Geld passiert.
  13. Rede drüber!
    Aus den Augen aus dem Sinn passiert schnell. Um die Klimakatastrophe verhindern zu wollen, reicht es nicht etwa kutz einem Trend nachzugehen und die ganzen Vorsätze nach ein paar Wochen wieder fallen zu lassen. Deswegen rede darüber, tausche dich aus, informiere dich weiter, informiere andere Menschen, die ihr Bewusstsein zu der Thematik noch nicht schärfen konnten. Und sei auch du dankbar über neue Ideen, Tipps und Denkanstöße.