Erfahrungsbericht Saftfasten: unser Fazit nach 5 Tagen!

Wir haben es tatsächlich geschafft. 5 Tage Saftfasten liegen hinter uns… und wir fühlen uns großartig! Aber eins nach dem anderen. Im letzten Blogbeitrag haben wir euch schon darüber informiert, wie wir beim Saftfasten Vorgehen wollen uns was dabei zu beachten ist. Hier nun unsere Erfahrung der letzten 5 Tage, inklusive das große Fastenbrechen.

Den Vorbereitungstag haben wir schon mit Selleriesaft am Morgen gestartet und am Mittag einen rot-orangenen Saft getrunken. Abends gab es eine lang und schonend gekochte Gemüsesuppe im Freestyle. Alles was noch im Kühlschrank zu finden war hat seinen Weg in die Suppe gefunden, sprich: Karotte, Spinat, Chinakohl und etwas Gemüsebrühe, jedoch nicht zu viel da wir schließlich langsam vom Salz wegkommen wollen.

Tag 1
Super gelaunt und ziemlich aufgeregt (höre Podcast Folge), was uns erwarten wird, starteten wir voller Elan in die 5 Tage. Selleriesaft am Morgen, rot-orange am Mittag und zum Abend á la Salatersatz gab es dann einen sehr grünen Saft. Bis hier läuft alles super.

Tipp: Ölziehen. Da die Schleimhäute während der Fastentage einem vermehrten Entgiftungsprozess ausgesetzt sind, starten wir den Morgen (vor dem ersten Schluck Wasser) mit Ölziehen, um entstehenden die Giftstoffe. Dafür ein Esslöffel Kokosöl 15-10 Minuten im Mund spülen und ziehen. Anschließend in den Müll spuken und die Zähne putzen. Die Zunge kann vorher und nachher mit einem Zungenscharber oder einem Löffel sanft reinigen.

Tag 2
Wir warten auf Nebenwirkungen, der letzte Kaffee ist schon zwei Tage her aber uns allen geht es ziemlich gut. Am Abend allerdings klagt meine Nachbarin über extreme Kopfschmerzen. Zum einen hat sie über den Tag hinweg viel zu wenig Wasser getrunken. Zum anderen ergab die Notfall Google Recherche, dass Kopfschmerzen die häufigsten Begleiterscheinungen sind und man gerade dann das Fasten nicht brechen sollte. Denn der Körper aktiviert jetzt den Entgiftungsprozess und reagiert mit einer starken Entwässerung des Körpers. Beim Abbruch bleiben dann die losgelösten Toxine im Körper und können aufgrund der Masse nicht eigenständig vom Körper abtransportiert werden. Meine Nachbarin hat das Fasten gebrochen, die Kopfschmerzen blieben allerdings noch einige Tage.

Tipp: mind. 3 Liter zusätzlich trinken, Stress minimieren, an die frische Luft, Darmentleerung unterstützen mit z.B. Einlauf oder Glaubersalz

Tag 3
Immer noch begeistert und erstaunt darüber, wie einfach es uns fällt auf feste Nahrung zu verzichten. Das morgendliche Aufstehen geht einfacher als normalerweise. Mit grünem Tee kommen wir dann richtig in die Gänge. Komischerweise kommt das Verlangen nach dem morgendlichen Selleriesaft erst am späten Vormittag, sodass wir in unseren normalen Rhythmus des Intervallfastens eingrooven. Was wir alle gemeinsam haben: ein permanentes Kältegefühl. Vermutlich ist eine wärmere und freundliche Jahreszeit besser geeignet, als der Berliner Winter bei Minusgraden. Wir frieren, trinken aber dadurch mehr Tee, was wiederum gut ist.

Tag 4
Die Zeit vergeht wie im Fluge, sogar ohne Essen. Es ist der Punkt erreicht, wo man sich für einen Moment kaum noch vorstellen kann wieder was festes zu essen. Sobald man jedoch am nächsten Bäcker vorbeiläuft und den frischen Duft von Zimtschnecken in der Nase hat, ändert sich das auch wieder ganz schnell.
Das tägliche juicen nimmt relativ viel Zeit in Anspruch, vor allem wenn man einkauft und entsaftet für drei. An Tag vier hat es sogar einen leicht nervenden Charakter, der aber wieder verschwindet wenn man seinen leckeren frischen Saft in vollen Zügen genießt. Ein weitere Begleiterscheinung ist bei uns allen aufgetreten: unsere Zähne sind empfindlicher geworden, vor allem beim Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste. Die Erklärung könnte der hohe Säuregehalt des Obsts sein, was sich aber nach der Fastenzeit wieder normalisiert. Rüdiger Dahlke spricht in seinem Buch Das große Buch vom Fasten von einem Regenerationsprozess der Zähne. Die Empfindlichkeit verschwindet nach einigen Tagen.

Tag 5
Endspurt. Der letzte Fastentag ist gekommen. Vom Gefühl her, könnte es noch weiter gehen. Die Säfte sind super lecker, schenken viel Energie, der Bauch ist flach, der Hunger ist weg, wir arbeiten effektiver, sind gut gelaunt und fühlen uns blendend. Aber.. das Saftfasten ist einfach sehr antisozial. Zum Glück waren wir zu dritt und hatten so unsere gemeinschaftlichen Trinkzeiten, jedoch haben wir bewusst andere Verabredungen, die meistens abends zum essen waren, verschoben. Denn dem Gegenüber beim Essen zuzuschauen, macht allen Beteiligten keinen Spaß.
Vor allem am letzten Tag gingen die Essensphantasien wieder los. Die Gelüste und der Appetit (nicht zu vergleichen mit dem Hungergefühl) sind dennoch sehr präsent und so wurde das Ende des Saftfastens und der Übergang zum Fastenbrechen zur Herausforderung.

Das Fastenbrechen

Nicht ohne Grund ist das die Königsdisziplin. Zum Abschluss haben wir uns einen Saunabesuch gegönnt um die natürliche Ausleitung noch mal zu fördern, den Körper bei der Regeneration zu unterstützen und die Seele baumeln zu lassen. Mir Respekt vor der ersten Mahlzeit wagten wir uns langsam heran und löffelten mit achtsam eine pürierte Suppe aus Steckrübe, Knollensellerie und Möhren. Es fühlt sich fast immer noch wie Fasten an, nur warm und dickflüssiger. Die ersten Ballaststoffe vertragen wir sehr gut.

Generell sollte man bei 5 tagen in den ersten zwei Tagen nach dem Fasten den Körper langsam an die Nahrung gewöhnen. Anschließend ist der Körper wieder in seinem Rhythmus. Allerdings lohnt es sich weniger zu salzen und seinen anderen kleinen Lastern eine Pause zu gönnen.

Fazit

Das Saftfasten war eine tolle Erfahrung, die man absolut weiterempfehlen kann. Besonders der Übergang zu einem anderen Essverhalten ist einfach zu etablieren. Der morgendliche Selleriesaft bleibt aufgrund der zahlreichen Gesundheitsvorteile ein fester Bestandteil. Um im Intervallfastenrhythmus zu bleiben folgt danach noch eine oder zwei kleine Mahlzeiten. Somit ist der Körper in einem natürlichen Fastenprozess, der sich super als neue Gewohnheit etablieren lässt.

In unserem Podcast Health up your life berichten wir über unsere Saftfastenerfahrung. Schreibe uns gerne Kommentare auf Instagram und teile deine Erfahrungen.