Die Wahrheit über Multitasking: Darum ist es ungesund

Meditation

Stress, Zeitdruck und Multitasking, kommt dir das bekannt vor? Alles schaffen, nichts verpassen. Zeit sparen indem mehrer Dinge parallel erledigt werden. Macht ja irgendwie auch Sinn, schließlich ist Zeit Geld und die Zeit ist uns immer einen Schritt voraus.

Wenn das nur so einfach wäre – wir wären alle kleine Zauberer des Lebens. Doch leider, oder eher beruhigend ist es eine Illusion die sich enttarnen muss. Denn kein Mensch ist dazu in der Lage zwei, drei oder mehrere Dinge gleichzeitig mit voller Aufmerksamkeit und Präzision zu meistern.

Was passiert im Gehirn

Auf der technischen Ebene bezeichnet Multitasking die Fähigkeit eines Betriebssystems mehrere Aufgaben gleichzeitig bzw. nebenbei auszuführen. In der Regel bietet das System die notwendige Hardware die diese Aufgaben bewerkstelligen kann. Unser Gehirn ist zwar extrem leistungsfähig, jedoch ist er kein Computer der unbegrenzte Kapazität hat diese gleichzeitigen Aufgaben zu leisten. Also handelt das Gehirn sehr clever und switch immer hin und her zwischen den gerade offenen tasks. Der ständige Vorgang kostet Energie und dabei gehen Informationen verloren. Das geht soweit das Neurowissenschaftler zeigen konnten, dass die Graue Substanz im Gehirn, zuständig für kognitive Funktionen sowie wichtig fürs Aggressions- und Sozialverhalten, schrumpft.

Mehr Single – tasking bitte

Hier sind 5 gute Gründe dem Multitasking Wahn ein Ende zu bereiten und Singletasking zu etablieren.

  1. Mehr tasks = mehr Fehler

Durch fehlende Fokussierung auf einzelne Abläufe, ist die logische  Konsequenz das Produzieren von Fehlern. Wenn du mehrere Dinge auf einmal machst, ist dein Gehirn quasi zwischen diesen Abläufen geteilt. Entsprechend werden sich die kleinen Fehler vermehrt einschleichen. Forscher der  Stanford University haben gezeigt, dass es Multitasker unheimlich schwerfällt irrelevante Information herauszufiltern. Was darauf schließen lässt, dass im Gehirn ein mächtiges Kreuzfeuer von Information und Aufgaben stattfindet und das Gehirn nicht mehr mitkommt.

Fehler die durchaus überflüssig sind entstehen und kosten viel mehr Zeit diese wieder auszubügeln.

  1. Wie war das noch gleich?

Traurig aber wahr. Multitasking beeinflusst das Gedächtnis.  2011 veröffentlichte die Universität von Kalifornien, eine Forschungsstudie, die zeigt, wie schnell das Umschalten von einer Aufgabe auf eine andere das Kurzzeitgedächtnis beeinflusst. Und nicht etwas positiv beeinflusst. Tatsächlich verschlimmert sich der Effekt mit zunehmendem Alter. Die Aufgaben die man also jetzt noch vermeintlich gut parallel bearbeiten kann, können in 5  oder 10 Jahren vielleicht nicht mehr auf diese Art und Weise bewältigt werden. Es ist also besser früh (als spät) mit den guten Gewohnheiten zu beginnen und diese zu pflegen.

  1. Wer gibt den Ton an?

Eine starke Auswirkung vom ständigen Multitasking ist die Förderung von Ängsten und negativen Gefühlen. Durch das ständige Unterbrechen und switchen von Aufgaben und Gedanken wird Stress ausgelöst und die Stimmung stark negativ beeinflusst. Darüber hinaus neigt der Körper als Folge solch eines Zustandes zu primitiven Gehirnstrukturen, die dazu dienen uns vor Gefahr zu schützen. Was das geschieht hören wir auf, andere Bereiche wie den Frontallappen zu erreichen, der wesentlich für kritisches Denken und Kreativität nützlich ist. Das heißt unsere Kreativität wird gehemmt, neue Ideen und Konzepte werden nicht mehr verfolgt und entwickelt. Wir verfallen dem Automatismus und bleiben in der Komfortzone hängen.

  1. Zeitverschwendung

Wenn du nicht bei der Sache bist und versuchst, kleine Aufgaben zu erledigen, während du gleichzeitig versuchst, eine große Aufgabe zu erledigen, wirst du bald sehen, wie sie tatsächlich mehr Zeit auffrisst, anstatt sie zu speichern. Der Geist muss nach der Verschiebung auf jede Aufgabe zurückgesetzt werden. Man ist nicht mehr in der Lage einen flow Zustand zu erreichen, in dem man für längere Zeit absolute Produktivität leisten kann.

  1. Lass das Leben nicht an dir vorbeiziehen

Wie oft pro Tag schaust du auf dein Handy, liest irgendwelche Push Nachrichten, schreibst emails oder scrollst sinnlos hoch und runter? Wenn dein Daumen den ganzen Tag über den Bildschirm swiped ist, nimmt der Rest von dir nicht wirklich am Leben teil. Denn nur die Verbindung mit deiner unmittelbare Umgebung und die Interaktion mit realen Menschen können dir das Gefühl von tiefer Erfüllung geben.

Wenn man all diese Gründe in Betracht zieht, ist es leicht einzusehen, warum die Kraft des Multitasking ein Mythos ist, mit dem niemandem wirklich geholfen ist, irgendetwas effizientes zu erreichen.

Was kannst du dagegen tun? Hier sind einige Ideen, um die Produktivität zu steigern und Stress abzubauen:

Schaffe Struktur auf der Arbeit und in deinem Privatleben.

Lege kleine Pausen ein um deiner Kreativität und Energie wieder Zeit zum aufladen zu geben.

Schalte die Push Mitteilungen auf deinem Handy aus und den Posteingang öfters mal für ein paar Stunden offline. Das “trainiert” Andere nicht mit sofortigen Reaktionen zu rechnen.

Teile deine Ziele und Leistungen mit anderen und tausche dich über deine Erfahrungen aus. Das kann dich und andere motivieren Prioritäten zu setzen, sich an Termine zu halten und nicht im last Minute den Kalender wieder umzuwerfen.

Und zu allerletzt: suche nicht nach Ausreden und fang jetzt sofort an!